Auf Führungsebene wird selten nur über das Fixum entschieden. Wer das Gespräch auf eine Prozentzahl verengt, verhandelt gegen ein Budget. Wer über das Paket spricht, verhandelt über Gestaltung.
Die Frage kommt in Coachings regelmäßig und meist spät im Gespräch: Wie viel kann ich verlangen. Sie ist verständlich und sie führt in die falsche Richtung. Auf Führungsebene entscheidet selten eine einzelne Person über eine einzelne Zahl. Es entscheidet ein Gremium über ein Paket, innerhalb eines Systems, das bereits vor dem Gespräch existiert.
Wer in dieses System hineinverhandelt, ohne es zu kennen, argumentiert an der Sache vorbei. Wer es kennt, findet meist mehr Spielraum als erwartet, nur an anderer Stelle als gedacht.
Der Denkfehler: eine Zahl gegen ein Budget
Ein Fixum ist die am stärksten regulierte Größe im Paket. Es ist mit Bandbreiten, internen Vergleichen und Folgewirkungen verbunden. Eine Zusage kostet nicht nur dieses Jahr, sie verschiebt eine ganze Struktur. Deshalb ist der Widerstand dort am größten.
Andere Bestandteile sind weniger reguliert und häufig sogar leichter zu genehmigen, weil sie befristet, projektbezogen oder nicht in der Gehaltsbandbreite abgebildet sind.
Fünf Hebel, die tatsächlich Bewegung erzeugen
Für die Vorbereitung sortieren wir das Paket in fünf Bereiche. Ziel ist nicht, alles zu fordern, sondern zu wissen, worauf verzichtet werden kann, wenn an anderer Stelle etwas möglich ist.

Vorbereitung: drei Zahlen und eine Geschichte
Sie brauchen drei Zahlen. Erstens Ihre Zielgröße, zweitens die Größe, bei der Sie zustimmen, drittens den Punkt, ab dem Sie über Alternativen nachdenken, was Fisher und Ury im Harvard-Konzept als BATNA bezeichnen. Diese drei Werte werden vor dem Termin notiert und im Termin nicht verändert.
Dazu kommt die Geschichte, und damit ist keine Erzählung gemeint, sondern eine belegbare Entwicklung: Welche Verantwortung ist seit der letzten Anpassung dazugekommen, welche Ergebnisse sind zurechenbar und was hätte gefehlt, wenn Sie die Rolle nicht ausgefüllt hätten.
Diese Geschichte wird in zwei Minuten erzählt, nicht in zwölf. Länge wirkt in diesem Gespräch nicht überzeugend, sondern unsicher.
Den Zeitpunkt aktiv wählen
Gehaltsgespräche verlaufen unterschiedlich, je nachdem wann sie stattfinden. Innerhalb des Budgetprozesses gibt es Spielraum, danach gibt es Vertröstung. Fragen Sie deshalb nicht nach einem Termin, sondern nach dem Zeitpunkt, zu dem die Entscheidung fällt, und legen Sie das Gespräch davor.
Ein Nebeneffekt: Diese Frage signalisiert, dass Sie das System verstehen. Das verändert die Ebene des Gesprächs bereits vor dem ersten Argument.
Wenn ein Nein kommt
Ein Nein ist selten endgültig, es ist meist eine Aussage über den aktuellen Rahmen. Die entscheidende Folgefrage lautet nicht, warum nicht, sondern unter welchen Bedingungen ja. Damit verschieben Sie das Gespräch von der Bewertung Ihrer Person zur Beschreibung von Voraussetzungen.
Halten Sie diese Voraussetzungen schriftlich fest, mit einem Termin für die Überprüfung. Ohne Termin ist eine Bedingung nur eine höfliche Absage. Mit Termin ist sie eine Vereinbarung.
Und vermeiden Sie die Drohung mit dem Abgang, solange Sie nicht bereit sind, sie einzulösen. Auf Führungsebene wird sie erinnert, auch wenn sie funktioniert.
Sparring vor dem GesprächNach dem Gespräch
Fassen Sie das Ergebnis in einer kurzen Mail zusammen, sachlich und ohne Nachverhandlung im Text. Diese Mail ist in vielen Organisationen das einzige Dokument, das ein Jahr später noch existiert.
Und behandeln Sie das Ergebnis intern zurückhaltend. Gehaltsgespräche wirken über den Tag hinaus, vor allem in Häusern, in denen Vergleiche schnell die Runde machen.
Quellen
Unsere Angebote zum Thema
Passend dazu
Verwandte Artikel
- Führungskräfteentwicklung
15 Fehler in der Führungskräfteentwicklung und wie du sie vermeidest.
Unternehmen investieren viel in die Entwicklung ihrer Führungskräfte, und trotzdem verändert sich im Alltag oft wenig…
- Paarmediation
Paarberatung oder Paarmediation? Worin der Unterschied wirklich liegt.
Beide Angebote richten sich an Paare in einer schwierigen Phase, und doch verfolgen sie einen grundlegend anderen Auf…
- Internationale Mediation
Wenn der Konflikt eine Landesgrenze hat: internationale Mediation im Konzern.
Grenzüberschreitende Konflikte zwischen Konzernstandorten sind selten sachlich unlösbar. Sie scheitern an Entscheidun…
Unverbindlich vereinbaren.
Verbindlich weiter kommen.
Wähle direkt einen Termin für ein 30-minütiges Beratungsgespräch mit Paul oder seinem Team, unkompliziert, kostenlos, in der EU gehostet.
Noch unsicher?
- „Ich weiß noch nicht, ob mein Anliegen passt." — Genau das klären wir gemeinsam im Gespräch, ohne Verpflichtung.
- „Ich habe gerade keine Zeit für einen langen Prozess." — 30 Minuten reichen, um zu sehen, ob und wie es weitergehen kann.
- „Ich bin mir nicht sicher, ob sich das auszahlt." — Das Erstgespräch ist kostenlos. Du erhältst dennoch direkt umsetzbare Handlungsempfehlungen.
Wähle deinen Wunschtermin
Du wirst zu unserem Buchungskalender weitergeleitet und kannst dort einen freien Slot wählen.
DSGVO-konform · paulschindler.at

Gedanken, die sonst
nicht öffentlich werden
„Off the Record" ist Pauls persönliches Newsletter-Format, ein ehrlicher Einblick in seine Gedankenwelt. Hier teilt er Perspektiven, Beobachtungen und Erfahrungen, die er sonst so nicht öffentlich kommuniziert.
- 01Persönliche Gedanken, die Paul ausschließlich mit seinen Abonnenten teilt.
- 02Impulse zu Verhandlung, Konflikt, Führung, Kommunikation und Unternehmertum.
- 03Regelmäßig direkt ins Postfach und jederzeit abbestellbar.
- 04Up to date bleiben zu Pauls Projekten und Ideen.















































